FM Wenn Hitze zur Qual wird 1900 x 700px

VERÄNDERTE ARBEITSWELT: DIE ANPASSUNG AN NEUE KLIMATISCHE BEDINGUNGNEN

WIE DAS KLIMA DIE PRODUKTIVITÄT VON UNTERNEHMEN BEDROHT

  • Der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen. Gluthitze, Starkregen, Dürre – die Intensität und Frequenz von Extremwetterlagen nimmt immer weiter zu.  Ein Jahrhundertsommer folgt dem nächsten. Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke mit entsprechend negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Leistung werden zur Normalität. Bis 2050, so errechneten Forscher der ETH Zürich, erleben drei Viertel der mehr als 500 größten Städte der Welt einen deutlichen Wandel ihrer klimatischen Bedingungen. Die Durchschnittstemperatur in den Ballungsräumen könne selbst im Winter 4,7 Grad über dem derzeitigen Wert liegen. In Paris wird es dann so heiß wie heute im australischen Canberra und London bekommt Temperaturen wie sie heute in Madrid vorherrschen.

    Das bedroht auch die Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Sie müssen Naturrisiken managen und werden zu Anpassungsleistungen gezwungen, denn die berufliche Wärmebelastung schwächt Gesundheit und Produktivität - zum einen, weil Mitarbeiter bei Hitze langsamer arbeiten und mehr Pausen machen, zum anderen, weil dauerhafter Hitzestress krank macht , wodurch es vermehrt zu Fehlzeiten kommt.

    Derzeit arbeitet ein Drittel der Weltbevölkerung regelmäßig unter Hitzestress, errechnete eine Gruppe von internationalen Umweltmedizinern und Physiologen. Bis 2100 dürfte es schon die Hälfte der Menschheit treffen. Deshalb ist es dringend notwendig, klimagerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen – zum Wohle der Mitarbeiter und der Unternehmen. Denn wenn sich Tage mit Temperaturen von mehr als 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit weiter häufen, fielen laut der internationale Arbeitsorganisation (ILO)  bis 2030 2,2 Prozent der global geleisteten Arbeitsstunden weg - ein Verlust von 80 Millionen Vollzeitjobs bzw. von 2,1 Billionen Euro. Für Deutschland wurden die Fehltage für 2019 bereits auf 40 000 beziffert.

    Besonders Handwerker, die im Freien arbeiten, sind dem Hitzestress ausgesetzt. Aber auch Büroarbeiter sind betroffen, macht Marcel Schweiker klar. Er ist Leiter eines Labors am Karlsruher Institut für Technologie und sucht Antworten auf die Frage, wie Arbeitgeber und Gebäudemanager auf den Klimawandel reagieren können. Aber egal, welche Parameter – Oberflächen- und Lufttemperatur, CO2, Luftstrom, Luftqualität, Luftgeschwindigkeit oder Leuchtdichte – die Wissenschaftler berücksichtigten, alle Versuche mit Probanden zeigten, dass es das perfekte Raumklima für alle nicht gibt und eine Klimaanlage daher eher kontraproduktiv wirkt. Wichtig sei, dass jeder Mitarbeiter sein individuelles Wohlfühlklima selbst steuern kann. Zumal sich energetisch ja auch grundsätzlich die Frage stellt, warum man den ganzen Raum kühlen muss, nur um den Menschen zu kühlen. Schließlich heizen Klimaanlagen aufgrund des hohen CO2 Ausstoßes die Klimakrise noch weiter an.

    Die Herausforderung besteht also darin, die klimatischen Bedingungen der Arbeitsplätze an die jeweiligen Bedürfnisse der Mitarbeiter soweit als möglich klimaneutral anzupassen, um Gesundheit, Konzentration und Leistungsfähigkeit zu erhalten.

    Steigende Arbeitsunfallzahlen und mehr Ausfallzeiten durch Hitze – das sind nur zwei von vielen alarmierenden Ergebnissen einer Umfrage im Rahmen einer Studienarbeit bei 88 Unternehmen mit rund 640.000 Mitarbeitern zur Hitze-Situation am Arbeitsplatz. Diese Zahlen demonstrieren deutlich die Arbeitsschutzsituation bei Temperaturen von 26°C oder sogar 37°C. Laut BAuA kommen dann ca. 3.7 Mio. Arbeitnehmer in Deutschland ins Schwitzen! Die extremen Temperaturbedingungen im Sommer und der UN-Klimabericht mit einer Prognose von 100% mehr Hitzetagen bis 2020 werfen ihre Schatten voraus.

     

    Deutlich erhöhte Temperaturen spiegeln sich in der Regel in einer geringeren Leistungsfähigkeit und verminderter Konzentrationsfähigkeit wider und können zu einer Gefährdung von Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten führen. Dies wirkt sich nicht nur auf die Beschäftigten selbst, sondern durch eine geringere Arbeitsproduktivität auch auf die Umsätze und die Leistungsfähigkeit der betroffenen Unternehmen aus.

    Laut einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IfW)1 könnte allein die durch den Klimawandel zusätzliche Anzahl extrem heißer Tage dem deutschen Bruttosozialprodukt in Zukunft einen spürbaren Dämpfer von bis zu 12% verpassen – woraus sich natürlich Rückschlüsse auf die Produktivität in Unternehmen bei hohen Temperaturen ziehen lassen. Steigende Arbeitsunfallzahlen und Ausfallzeiten der Mitarbeiter sind die Folgen. Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde 2014 eine Umfrage gestartet, deren Ergebnisse die folgende Publikation wiedergibt. Hier ein Auszug der Ergebnisse:

      1. WIE VIEL PROZENT IHRER BELEGSCHAFT IST IM EXTREMFALL VON HOHEN TEMPERATUREN BETROFFEN?

    Fast 50% der Unternehmen waren der Meinung, dass bis zu 10% der Mitarbeiter/Innen davon betroffen sind. Bei 16% der Unternehmen sind mehr als 30% der Mitarbeiter von Hitzebelastung betroffen (Abb.1). Zahlen, die deutlich über denen der BAuA Gesundheitsschutz-Analyse von 2006 liegen. Dies alles sind alarmierende Zahlen. Da hohe Temperaturen besonders für ältere Arbeitnehmer belastend sind und das Durchschnittsalter in den Unternehmen jährlich steigt, ist damit automatisch auch eine deutliche Auswirkung auf den Unternehmensstandort Deutschland verbunden. Die Unternehmen wurden zudem gefragt, ob in ihrem Unternehmen Arbeitnehmer bei mehr als 26°C arbeiten.

    Diese Temperaturgrenze ist sowohl im Arbeitsschutzgesetz als auch in den Arbeitsstättenrichtlinien 2010 (Aktuelle Version 2014) als Temperaturgrenze festgelegt, ab der entsprechende Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz notwendig sind. 43% der produzierenden Unternehmen haben ganzjährig Arbeitsplätze in diesem Bereich. Weitere 56% der Unternehmen zumindest im Sommer. Dies zeigt den Bedarf an Maßnahmen die Hitzebelastung zu verringern, um die beschriebenen Folgen durch Hitzestress zu vermeiden.

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    2. ARBEITEN IN IHREM UNTERNEHMEN ARBEITNEHMER BEI TEMPERATUREN VON MEHR ALS 37°C?

    Über 75% der produzierenden Unternehmen haben Arbeitsplätze über 37°C, was den klassischen Hitzearbeitsplätzen entspricht und dementsprechend besondere Maßnahmen zum Hitzeschutz der Arbeitnehmer erfordert. 25% der Unternehmen haben diese Arbeitsplätze sogar ganzjährig. Weitere 53% dieser Unternehmen zumindest im Sommer. Befragt nach der gesundheitlichen Belastung von

     

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    Arbeitnehmern bei hohen Temperaturen gaben 94% der Befragten an, dass die Belastung für die Mitarbeiter bei Hitze höher ist. Dies wurde weiter verifiziert.

     

    3. WIE SCHÄTZEN SIE DIE LEISTUNGSFÄHIGKEIT UND KONZENTRATIONSFÄHIGKEIT VON MITARBEITERN BEI HOHEN TEMPERATUREN EIN?

     96% der Befragten sind der Meinung, dass diese Parameter, die für die Produktivität des Unternehmens aber auch für die Unfallgefahr der Mitarbeiter ausschlaggebend sind, bei Hitze deutlich geringer sind. Gerade im Sommer 2015 kam es aufgrund der Hitze und der dadurch verursachten Konzentrationsmängel in vielen Unternehmen zu mehr Arbeitsunfällen.

     

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    4. SIND SIE DER MEINUNG, DASS DURCH DEN EINFLUSS HOHER TEMPERATUREN DIE UNFALLRATE ODER KRANKHEITSRATE STEIGT?

    75% der Befragten sind überzeugt, dass die Unfallrate bzw. Ausfallrate durch Krankheit von Mitarbeitern bei steigenden Temperaturen zunimmt.

    Dies ist ein Aspekt, der zum einen die Arbeitnehmer/innen betrifft, da diese dadurch gesundheitlich belastet sind und im Ernstfall gesundheitliche Folgeschäden davontragen können. Zum anderen finden die Unternehmen nicht so schnell Ersatz und können möglicherweise Aufträge nicht rechtzeitig fertigstellen.

     

     

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    Ein relativ neuer Aspekt, der aber durch die Studien von Solomon Hsiang, einem Ökonom der Universität von Berkeley in Kalifornien zusätzlich Nahrung erhielt ist die psychische Komponente von Hitze. Bereits 2009 wurde von der Universität Wuppertal festgestellt: „Die Aggressivität steigt bei Hitze.“ Dieser Aspekt müsste sich im Betriebsklima niederschlagen.

    MEHR BURN-OUT BEI HITZE?

    Daher wurde diese Frage mit aufgenommen und gefragt ob das Betriebsklima bei Hitze schlechter ist bzw. es zu mehr Konflikten oder Aggressivität bei Hitze kommt. Obwohl dieser Aspekt relativ neu ist, haben mehr als 50% (56%) der Befragten diese Frage bejaht. Bei schlechterem Betriebsklima und Hitzestress für den einzelnen steigt damit nicht nur der physische, sondern auch der psychische Stress.

    Die Gefahr für Überlastungsreaktionen der Psyche in Form von Ausfallerkrankungen wie Burn-Out steigt somit ebenfalls. Ein Aspekt, der bei steigenden Temperaturen auch im Bereich Gesundheitsprävention neue Wege und Maßnahmen erfordert. Die demographische Situation in Deutschland ist im Moment bereits schwierig und es sind immer mehr ältere Arbeitnehmer von Hitzebelastung am Arbeitsplatz betroffen.

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